Biogas in Nordrhein-Westfalen

Fermenter einer kleinen BiogasanlageBild vergrößern

Zurzeit sind in Nordrhein-Westfalen etwa 620 Biogasanlagen in Betrieb. Die installierte Leistung der Bestandsanlagen liegt bei 300 MW, welche einer durchschnittlichen Anlagenleistung von 486 kWel entspricht - siehe Abbildung 1.

Abbildung 1: Anzahl und installierte elektrische Leistung der Biogasanlagen in NRW in den Jahren 1998 bis 2016
Abbildung 1: Anzahl und installierte elektrische Leistung der Biogasanlagen in NRW in den Jahren 1998 bis 2016
Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Biogas-Betreiberdatenbank, Stand 27.07.2017

Die Flexibilitätsprämie wird häufig zum Überbauen der Anlagen genutzt. Dabei wird jedoch nicht die tatsächlich erzeugte Energie erhöht und somit auch nicht die volle installierte Leistung genutzt. Das erklärt, dass die Leistung aktuell leicht gesteigert ist. Daher liegt die Anlagenauslastung der Anlagen etwa bei 80%. Die Biogasanlagen der Leistungsklassen zwischen 151-500 kWel sind aktuell am stärksten vertreten.

In den einzelnen Landkreisen in Nordrhein-Westfalen sind die Anzahl der Anlagen und die installierte elektrische Leistung in letzter Zeit nahezu gleich geblieben (siehe Abbildung 2, 3).

Abbildung 2: Installierte elektrische Biogasanlagenleistung (kW) je 100 Hektar LF in den einzelnen Landkreisen in NRW 2016
Abbildung 2: Installierte elektrische Biogasanlagenleistung (kW) je 100 Hektar LF in den einzelnen Landkreisen in NRW 2016
Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Biogas-Betreiberdatenbank, Stand 27.07.2017
Abbildung 3: Anzahl und installierte elektrische Leistung (MW) der Biogasanlagen in den einzelnen Landkreisen in NRW
Abbildung 3: Anzahl und installierte elektrische Leistung (MW) der Biogasanlagen in den einzelnen Landkreisen in NRW
Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Biogas-Betreiberdatenbank, Stand 27.07.2017

Nach wie vor werden in NawaRo-Biogasanlagen am häufigsten die Inputstoffe Silomais, gefolgt von Schweinegülle, Rindergülle, Rindermist, Zuckerrüben, Grünroggen, Grassilage und Getreide GPS eingesetzt (siehe Abbildung 4).

Abbildung 4: Einsatzhäufigkeit und Substratanteil unterschiedlicher Inputstoffe in NawaRo-Biogasanlagen in NRW
Abbildung 4: Einsatzhäufigkeit und Substratanteil unterschiedlicher Inputstoffe in NawaRo-Biogasanlagen in NRW
Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Biogas-Betreiberdatenbank, Stand 27.07.2017

In Nordrhein-Westfalen erzeugen die Biogasanlagen etwa 2,1 Millionen Megawattstunden elektrischen Strom. Bei einem unterstellten Jahresverbrauch von 4.500 Kilowattstunden kann somit der Bedarf von 466.000 Haushalten gedeckt werden. Die Nutzung frei verfügbarer Wärme liegt bei 1,09 Mio. MWh extern genutzter thermischer Energie. Dadurch können 109 Millionen Liter Heizöl ersetzt werden.

Zum jetzigen Stand schließen die meisten Anlagenbetreiber nach Auslaufen der EEG-Umlage eine Teilnahme an den Ausschreibungen aus. Grund hierfür ist vorrangig die Restlaufzeit.

Die aktuellen Möglichkeiten der Optimierung der Anlagen werden genutzt, wobei eine Skepsis gegenüber der zukünftigen Entwicklung der Biogasbranche vorhanden ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Politik in den kommenden Monaten und Jahren gegenüber erneuerbaren Energien ausrichten wird und ob die Landwirte, die mit den Biogasanlagen zur Energiewende beitragen, weiterhin die Möglichkeit haben, erneuerbaren Strom zu erzeugen oder ob die unsicheren Rahmenbedingungen zu einem Abbau der dezentralen Energieerzeugung führen wird.

Die Arbeiten wurden finanziert durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Landesinitiative des Landes NRW.

Autor: Katharina Karbach-Nölke