Aktuelle Informationen zur ökologischen Vorrangfläche „Brache mit Honigpflanzen“

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Brachfläche als Bienenweide. Foto: Dietrich Cerff, piclease

Die neue Bracheform, die als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen wird, darf nur mit pollen- und nektarreichen Pflanzenarten aktiv begrünt werden, welche Sie der Liste der zulässigen Arten Brache mit Honigpflanzen entnehmen können. Hierbei wird unterschieden, ob es sich um eine einjährige oder eine mehrjährige Begrünung handelt.

Bei einer einjährigen Begrünung müssen mindestens 10 der in Gruppe A aufgeführten Arten ausgesät und etabliert werden, die zusätzlich um Arten der Gruppe B ergänzt werden dürfen. Bei einer einjährigen Begrünung müssen die jeweiligen Pflanzenarten im Folgejahr erneut aktiv ausgesät werden, damit die Anerkennung als ÖVF erhalten bleiben kann.

Bei einer mehrjährigen Begrünung müssen mindestens 5 Arten der Gruppe A und 15 Arten der Gruppe B ausgesät und etabliert werden. Bei mehrjähriger Begrünung darf die Brache maximal drei Jahre als ÖVF ausgewiesen werden, wobei die Ausweisung als ÖVF keine Lücke aufweisen darf.

Für das Antragsjahr 2018 gilt die Sonderregelung, dass sich lediglich ein Pflanzenbestand von mindestens einer zulässigen Art (mit Ausnahme der Arten echter Buchweizen, Sonnenblume, weißer Senf, durchwachsene Silphie oder einer Art aus der Liste der zulässigen Arten stickstoffbindender Pflanzen) oder einer Mischung mehrerer Arten aus Gruppe A oder B etabliert haben muss. Ein Anbau von Pflanzenarten mit dem Ziel der Pflanzenproduktion ist nicht zugelassen. Honigbrachen und AUM-Blühstreifen dürfen aneinandergrenzen, wenn diese optisch unterscheidbar sind. Die Honigbrache darf aber keinen Bezugsschlag zum AUM-Blühstreifen darstellen.

In jedem Fall sind entsprechende Belege und Nachweise, wie zum Beispiel Saatgutetiketten oder Rechnungen (Aufbewahrungsfrist endet 6 Jahre nach Bewilligung) oder auch Rückstellproben bei selbst erzeugten Saatgutmischungen (Aufbewahrungsfrist endet am 31. Dezember 2019) vorzuhalten. Das Vorhandensein nicht ausgesäter Pflanzenarten, beispielsweise Grasdurchwuchs, auf der Fläche ist nicht schädlich, sofern die zulässigen Pflanzenarten vorherrschen.

Der Stilllegungszeitraum fasst den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember. Die Flächen sind durch eine gezielte Ansaat bis zum 31. Mai des Förderjahres zu begrünen. Die Aussaat gilt in 2018 als Mindestbewirtschaftung. Das Schlegeln, Häkseln oder Mähen der Flächen ist jederzeit zulässig. Eine Nutzung des Aufwuchses ist aber nicht zulässig.

Soll eine Pflanzung oder eine Aussaat vorbereitet oder durchgeführt werden, die erst im folgenden Jahr zu einer Ernte führt, so darf dies ab dem 1. Oktober des Antragsjahres durchgeführt werden. Ebenfalls ab dem 1. Oktober möglich ist die Beweidung mit Schafen und Ziegen.

Die übrigen Regelungen sind analog zu brachliegenden Flächen. Aufgrund der besonderen Regelungen gilt der Umrechnungsfaktor in Höhe von 1,5.

Autor: Dominik Schmitz